Dokumente-Konzept

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Der nachfolgende Text ist die gekürzte Version eines Vortrages, der am 14. Januar 2016 im Historischen Verein Ingolstadt gehalten wurde

Das Dokumente-Konzept

In Regensburg sind Dokumente nicht nur aus Papier oder Pergament, sondern auch aus Stein. Und dabei geht es nicht nur um überlieferte steinerne Inschriften. In Regensburg geht man einen Schritt weiter und bezeichnet Mauern, Gebäude, ja ganze Ensembles ebenfalls als Dokument. Wie man das zu verstehen hat, möchte ich im Folgenden erläutern. Dazu werde ich zuerst eines der Regensburger Dokumente vorstellen, anschließend herausarbeiten, was ein solches Dokument ausmacht, und darauf aufbauend schließlich der Frage nachzugehen, ob man dieses Dokumente-Konzept auch in Ingolstadt umsetzen kann und ob dies eventuell sinnvoll wäre.

Vor einigen Jahren bin ich in Regensburg über mein erstes Dokument „gestolpert“ und habe mich einer solchen Führung angeschlossen. Neugierig geworden habe ich in Regensburg angefragt und folgende Antwort erhalten (Ausschnitt): „… Regensburg gilt als die am besten erhalten gebliebene mittelalterliche Großstadt Deutschlands; dieser Sachverhalt war eines der zentralen Argumente bei der Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes 2006. Innerhalb des Altstadtensembles mit seinen knapp tausend Einzeldenkmälern kann man Geschichte hautnah erleben – nicht nur in Sammlungen in Museen, sondern auch an originalen Standorten, in historischen Gebäuden und so weiter. Im Lauf der letzten Jahre sind vor dem Hintergrund der Bewerbung und der Aufnahme Regensburgs als Welterbe sukzessive mehrere davon für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Für sie, um sie von klassischen Museen zu unterscheiden, hat man die Bezeichnung „document“ (wegen des dokumentarischen Charakters der Objekte) gewählt. […] Für die Zukunft ist die Einrichtung weiterer „documente“ geplant.“ Darauf soll später noch genauer eingegangen werden, wenn wir die Frage diskutieren „Was macht ein Dokument aus?“.

Doch zunächst ein Überblick über die Regensburger Dokumente. Insgesamt gibt es (m.W.) heute 7 Dokumente, hier in alphabetischer Reihenfolge: Kepplerhaus, Legionslagermauer, Neupfarrplatz, Niedermünster, Ostentor, Reichstag, Schnupftabakfabrik.

Das Dokument Niedermünster - Lassen Sie mich mit dem ältesten beginnen, dem Dokument Niedermünster: Hier kann man die geschichtliche Entwicklung Regensburgs, beginnend 179 nC mit dem Römerlager Castra Regina der „Legio III Italica“ bis ins frühe Mittelalter erlebbar machen. Das Dokument Niedermünster liegt unter der Niedermünsterkirche in der NO-Ecke des Römerlagers und geht auf eine Grabung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zurück, die sieben Jahre in Anspruch nahm (1963–1969). Gezeigt werden Mauerreste aus verschiedenen Epochen des Militärlagers. Auf Details einzugehen, würde hier zu weit führen, wer mag – genaueres findet sich im Internet [1] Die „Römerzeit“ ist bis über die Mitte des 5. Jahrhunderts hinaus an diesem Ort nachweisbar. Die sakrale Tradition beginnt im späten 7. Jahrhundert und dauert bis heute, das Dokument betreffend bis ins Hochmittelalter. Die geschichtliche Entwicklung über diesen Zeitraum wird direkt im Ausgrabungsbereich an den Mauerresten und den Grundrissen, sowie in einem Video umfassend dargestellt.

Die weiteren „Dokumente“ können hier nur kurz erwähnt werden.

Dokument Schnupftabakfabrik - An diesem Dokument lässt sich nicht nur – wie der Name sagt – die Arbeit in einer Schnupftabakfabrik aus der Zeit vom Beginn des 19. Jh. bis beinahe heute zeigen, sondern auch Aspekte der Regensburger Stadtentwicklung vom Mittelalter über die Barockzeit bis heute darstellen. Die Ursprünge dieses Gebäudekomplexes reichen weit in das Mittelalter zurück. Im 12. bzw. 13. Jahrhundert errichteten zwei vermögende Kaufmannsfamilien (Zant und Ingolstetter) nebeneinander ihre Stadtburgen auf spätromanischen Vorgängergebäuden. 2014, in der Regensburger Ausstellung „Ludwig der Bayer, Wir sind Kaiser“ wurde anschaulich gezeigt, wie sich die Position der Regensburger Bürger sukzessive stärkte und im Ergebnis auf eine bürgerliche Stadtherrschaft hinausliefen. Diese Entwicklung fand ihren Höhepunkt 1245 im Aufstieg Regensburgs zur Freien Reichsstadt. Am Beispiel der Familie Zant lässt sich der Prozess der Entwicklung des Regensburger Patriziats deutlich nachvollziehen. Später residierte hier, in der "Gesandtenstraße", Fürsten, Herzöge und Gesandte des immerwährenden Reichstages, im Zant-Haus Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis (1771). Nach dem Ende des Deutschen Reiches und damit auch des Immerwährenden Reichstags wurde das Zant-Haus an die Brüder Bernard verkauft, die hier ab 1812 Schnupftabak produzierten. [2]

Dokument Reichstag - Der Immerwährende Reichstag“ wurde bereits erwähnt Diesem widmet sich das Dokument Reichstag. Die bekannten Ausdrucksweisen „Etwas am grünen Tisch entscheiden“? oder „Etwas auf die lange Bank schieben?“ sind Ihnen sicher bekannt. Beide beziehen sich auf Arbeitsabläufe während des Immerwährenden Reichstags: Der Grüne Tisch, ein mit grünem Tuch bespannten Besprechungstisch steht noch heute im Kurfürstlichen Nebenzimmer und die Lange Bank bezieht sich auf die Sitzordnung im Reichssaal. [3]

Das Dokument Neupfarrplatz zeigt Reste des römischen Legionslagers (Wohnhaus eines ranghohen Offiziers), Teile der mittelalterlichen Kelleranlagen des jüdischen Viertels und Reste der gotischen Synagoge und ihres romanischen Vorgängerbaus. Der Zugang erfolgt nur mit Führung. [4]

Das Dokument Legionsmauer umfasst Teile der Umfassungsmauer des Legionslagers, die an einigen Stellen noch vorzüglich erhalten ist und deren Existenz einer der Gründe für die Siedlungskontinuität von der römischen Zeit bis ins Frühmittelalter und darüber hinaus ist: Es handelt sich dabei um die Nord-Ost-Ecke der Lagermauer, die „Porta Pretoria“, die Süd-Ost-Ecke sowie ein großes Stück der Ostseite nahe der alten „Porta Principalis Dextra“, heute sichtbar im Parkhaus am Dachauplatz. Hier befindet sich auch die frei zugängliche Dokumentation. [5]

Ostentor, Regensburg

Das Dokument Ostentor ist das einzig noch vollständig erhaltene Stadttor der mittelalterlichen Stadtbefestigung Regensburg, entstanden um 1300 im Zuge der Einbindung der östlichen Vorstadt in die Stadtbefestigung. Führungen finden nur nach Vereinbarung statt. [6]


Das Dokument Keplerhaus geht auf eine mittelalterliche Hausburg zurück und gehörte zeitweise der Fernhandelsfamilie Runtinger. Gezeigt werden u.a. Wohnräume der Familie Keppler, eine Bibliothek mit Werken Kepplers sowie Bücher, Briefe, Dokumente, historische Instrumente und Modelle zu den „Drei „Kepplerschen Gesetzen“. [7]

Angeregt wurde von einer der Regensburger Stadtratsfraktionen noch ein Dokument Garnisonsstadt. Soweit ich weiß, ist hier aber noch nichts entschieden.

Was ist ein Dokument

Nur zur bereits angedeuteten Frage „Was ist ein Dokument im hier angesprochenen Zusammenhang?. Folgende Merkmale lassen sich nennen:

1. Das Dokumente-Konzept macht an einem historischen, öffentlich zugänglichen Standort Geschichte lebendig, indem es einzelne Aspekte dieser Geschichte mit den jeweils zuordenbaren Gesichtspunkten hervorhebt.

2. Das Dokumente-Konzept wird unterstützt durch multimediale Präsentationen und Themen- sowie Szenische Führungen. Multimediale Präsentationen sind dann hilfreich, wenn sich so Eingriffe in die Originalsubstanz vermeiden lassen. Außerdem können so nicht mehr vorhandene Zusammenhänge verdeutlich werden. Führungen, insbesondere solcher szenischer Art, sind in einer „Event“-versessenen Welt ein Hilfsmittel, nicht nur Menschen mit eher wenig ausgeprägtem Geschichtsinteresse manche Themen näher zu bringen. Bsp: Der Hexenprozess gegen die Mutter des Astronomen Johannes Kepler.

3. Das Dokumente-Konzept wirkt wie ein „Anker“, d.h. Thema und Ort werden zu einer Einheit und verstärken so die Erinnerungskraft.

4. Weiter ist das Dokumente-Konzept offen für unterschiedlichste Präsentationsformate und uneingeschränkt inhaltlich, organisatorisch und zeitlich erweiterbar.

Oder kurz gesagt: Das Dokumente-Konzept gibt dem Begriff „Museum“ eine neue, ergänzende Bedeutung; Es spricht je nach Interessengebiet unterschiedliche Personen an; Es ist flexibel und es funktioniert.

Und trotzdem … Es bleibt eine wichtige Frage:

„Und wozu soll das alles gut sein?“

Dazu gibt es 2 einfache, aber – wie ich glaube – überzeugende Antworten:

1. Das Dokumente-Konzept als Teil der Beschäftigung mit der eigenen Geschichte, der eigenen Herkunft erweitert und stärkt die Identität der Einwohner. Bsp.: Wenn für mich als Ingolstädter die Formel gilt „Ingolstadt = Audi“, oder „Ingolstadt = Boomtown“, dann ist das eine sachliche, mich nur wenig aufregende Angelegenheit. Wenn aber für mich gleichzeitig gilt: Ingolstadt = über 300 Jahre geisteswissenschaftliches Zentrum Bayerns, die erste Universität Bayerns, ein Zentrum der Gegenreformation …. (diese Liste können Sie beliebig fortsetzen), dann ist das eine ganz andere Sache. Da kann man sich emotional damit auseinandersetzen, sich freuen, sich aufregen (je nach Einstellung), vielleicht sogar ein bisschen stolz darauf sein.

Und 2. Es verbessert das Image einer Stadt

Das hat zwei Konsequenzen: Vor einigen Jahren gab es im DK eine Serie, wo Bewohner benachbarter Städte gefragt wurden, was sie mit Ingolstadt verbinden: Das Ergebnis war eher deprimierend: Überspitzt formuliert: Alle wussten die Sache mit Audi, die Regensburger noch was mit der Raffinerie, die Münchner weiter eigentlich gar nichts und die Nürnberger, dass Ingolstadt an der Autobahn nach München liegt. Warum bitte, soll ein Tourist Ingolstadt auf seine Besuchsliste setzen? OK: Die Napoleon-Ausstellung hat 150‘ Besucher nach Ingolstadt gebracht. Aber die kamen wegen der Landesausstellung, wegen des großen Namens, nicht wegen Ingolstadt, auch wenn manche Ingolstadt dann ganz nett fanden. Regensburg, die Landesausstellung 2014 („Wir sind Kaiser. Ludwig IV. der Bayer“) und viele andere zeigen aber, dass Geschichte ein echtes Pfund für den Tourismus ist. Allerdings muss man mit Pfunden wuchern. Wem das Gleichnis mit den Talenten aus der Bibel (Matthäus 25,14–30/ Lukas 19,12–27) geläufig ist, weiß, was ich meine.

2. Konsequenz: Wenn ein Unternehmen kompetente Mitarbeiter sucht, dann sind das heute Persönlichkeiten mit hohen Erwartungen an ihr (vielleicht) neues Lebensumfeld. Wenn das eher provinziell ist oder sich nur an wirtschaftlichem Erfolg misst, dann kommen die kompetenten Leute eben nicht. Irgendwann machen sich dann auch die Verantwortlichen in den Unternehmen Gedanken über dessen weitere Entwicklungen an einem solchen Standort. …

Auch wenn die Antwort schon auf der Hand liegt, die nächste Frage lautet:

„Und das funktioniert auch In Ingolstadt?“

Klar, wir haben eine eindrucksvolle Geschichte … und auch die dazu gehörenden originalen Standorte. In Ingolstadt haben wir einen dicken Strauß an Möglichkeiten in der Hand, hier einen Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gehen wir von 4 Hauptlinien aus:

Kulturelles Leben: natürlich hat eine Stadt wie IN ein kulturelles Leben – zuerst Herzogsstadt, dann Residenzstadt, Universitätsstadt mit überregionalem Ruf, schließlich immerhin noch Landesfestung;

Geistesgeschichte: (Universität, Humanismus, Gegen-)Reformation, Aufklärung, …, heute: techn. Hochschule;

Militärgeschichte: ununterbrochen vom Mittelalter bis heute

Technikgeschichte (nicht Industriegeschichte!): Die „spezielle“ Ingolstädter Technikgeschichte beginnt mit den Maßnahmen des bayerischen Militärs in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, wird weitergeführt ab dem II. Weltkrieg bis heute.

Jeder dieser Linien kann eine Vielzahl von Orten zugeordnet werden, an denen man eine Teilgeschichte Ingolstadts erzählen/ erlebbar machen kann. Auch hier ist keine Vollständigkeit angestrebt.

  • Kulturelles Leben: Fleißerhaus; Maria de Victoria; Buchdruck (im Gefolge der Ingolstädter Universität);
  • Geistes-, Universitätsgeschichte: Orbansaal; Jesuitenkolleg; Ensemble Hohe-Schul-Platz; Professorenhäuser;
  • Militärgeschichte: Neues Schloss; Sekundärbauten (Kriegsbäckerei. Rossmühle, Geschützremise); Mittelalterliche Stadtmauer („100 Türme“ und Renaissance-Basteien); Klassizistische Festungsanlagen, -bauten;
  • Technik- und Architekturgeschichte: Bürstenfabrik; Gießereihalle; Bahnausbesserungswerk; Körnerrieselmagazin; Brodmühle.

Beispiele

Lassen Sie mich an 3 Beispielen aufzeigen, welche Aspekte einige möglichen Dokumente repräsentieren. Vorweg: Es gibt nicht die einzige richtige Antwort. Aber, wenn wir das Dokumente-Konzept ernst nehmen, wenn wir ein Gebäude, ein Ensemble zum „Dokument“ erklären, was bedeutet das? Wenn ein Gebäude, ein Ensemble tatsächlich ein Dokument der Geschichte Ingolstadts ist, dann sollte es auch so behandelt werden. Das muss nicht immer ein Museum, eine Gedenkstätte sein, das könnte auch eine moderne Nutzung sein – vorausgesetzt, das Gebäude ist dafür geeignet. Zunächst das Beispiel Bahn-Ausbesserungswerk:

Das „Bahn-Ausbesserungswerk"

Geschichte - Ingolstadt Eisenbahnknotenpunkt (Mitte 19. Jh.) - Reservelazarett (1915-1917)

Technik - Reparatur von Dampflokomotiven

Stadtentwicklung

Möglichkeiten für ein modernes Nutzungskonzept

  1. Ein Teil dieser Hallen ließe sich nutzen, um die Entwicklung der Eisenbahn in und um Ingolstadt aufzeigen, vielleicht in Verbindung mit einer Modelleisenbahn. Dass so etwas funktioniert, … Es muss ja nicht so groß werden wie das „Miniatur-Wunderland“ in Hamburg. Dort hat man seit der Gründung in Jahr 2000 mehr als 12 Mio. Besucher gezählt. Es muss halt nur attraktiv sein und beworben werden. Und die Modellbahnfreunde Ingolstadts hätten eine Heimat.
  2. Einen weiteren Teil könnte eine große, echte Dampflokomotive einnehmen. Bis vor kurzem hatte Ingolstadt sogar eine aus der Baureihe 44. Daran könnte man auch die Leistung der damals hier tätigen Arbeiter würdigen.
  3. Ein weiterer Teil könnte sich mit dem an dieser Stelle zunächst nicht vermuteten Aspekt „Reservelazarett“ beschäftigen. Auch das hat etwas mit Würdigung zu tun  von Menschen, die nicht nur ihren Kopf, sondern auch alles andere hingehalten haben für einen wahnwitzigen Krieg.
  4. Ringsee als Stadtteil hat ein großes Entwicklungspotential. Warum nicht ein Stadtentwicklungsbüro dort einrichten, die Bürger und ihre Vorstellungen und Wünsche mit einbeziehen? Das jetzt hat etwas mit Demokratie und Bürgernähe zu tun.

Ein weiteres Beispiel:

Das „Körnerrieselmagazin“

Militärgeschichte - Garnisonsgetreidespeicher (erbaut 1907-08)

Geschichte der Bautechnik - Einer der frühesten Eisen-Betonbauten weltweit

Technikgeschichte - Beginn der Audi Geschichte (ab 1945 “Ingolstädter Zentraldepot für Auto Union Ersatzteile GmbH”/ ab 1949 „Auto Union GmbH“, Stichwort DKW-Schnelllaster/ Stichwort Fritz Böhm, der hier als Lagerarbeiter angefangen hatte)

Modernes Nutzungskonzept Das von mir so genannte „KöMa“ bietet auf 4 Etagen jeweils ca. 1000m² Nutzfläche. Zusätzlich einen gleich großen Keller. Das Gebäude schaut zwar „ziemlich verhaut“ aus, aber die Bausubstanz ist gut (hat das Baureferat selbst vor einiger Zeit festgestellt) und lässt sich wunderbar herrichten (vgl. Landau: Eigentumswohnungen; vgl. Dresden: Maritim-Hotel.) Zusätzlich kann noch die daneben stehende Geschützremise in eventuelle Planungen mit einbezogen werden.

  • Hat nicht erst kürzlich ein Mitglied des Stadtrats das KöMa ins Gespräch gebracht als Ort für das IT-Gründerzentrum anstelle des Kavalier Dallwigk,
  • oder sich ein anderes Mitglied des Stadtrats darüber beklagt, dass die städt. Verwaltungen teilweise unzureichend untergebracht wären;
  • alternativ könnte man da auch Studentenwohnungen, oder ein
  • Gästehaus der TH/ Audi Akademie unterbringen.

(haben wir von FINIS! alles schon im Febr. 2011 vorgeschlagen bzw. auf einer Veranstaltung von den Besuchern als Nutzungsmöglichkeiten „eingesammelt“.) Dass man in. einem kleinen, öffentlich zugänglichen Teil die beiden Aspekte „Beton-Eisenbau“ und „Audi“ unterbringen sollte, liegt eigentlich auf der Hand.

Das wären jetzt 2 moderne Dokumente-Möglichkeiten. Ein weiteres noch:

Der „Hohe-Schul-Platz“

(mit der Hohen Schule selbst, dem Georgianum mit profanierter Kapelle, dem Pedellhaus und dem Kammerariat).

Ich brauche Ihnen nichts zu erzählen über die Geistesgeschichte Ingolstadts mit all ihren Aspekten (Universität, Jesuiten, bekannte Persönlichkeiten, …) und ihr (vorläufiges) Ende im Jahre 1800 oder über die Säkularisation, die sich an diesem Platz ebenfalls verorten ließe, Stichworte Kapelle, Brauereinutzung. Das wissen Sie besser als ich.

Lassen Sie mich hier Dr. Siegfried Hofmann zitieren: „Nicht zuletzt tragen Haus und Kirche wesentlich zur Wirkung dieses Platzes an der Hohen Schule und dem Georgianum bei, der der vielleicht letzte, stille, nicht aus den ursprünglichen Proportionen geratene Platz Ingolstadts ist.“

Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung, bevor wieder ausschließlich das Bierthema fröhliche Urständ feiert. Wir von der „Initiative Georgianum“ haben jedenfalls für diese Stelle ein lebendiges und – wie wir glauben – funktionierendes, modernes, interessantes Nutzungskonzept entwickelt und im Januar 2014 öffentlich vorgestellt – „DAS NEUE GEORGIANUM. Ein Konzept für die künftige Verwendung des „Collegium Georgianum“. Leider wird es von verantwortlicher Seite konsequent ignoriert. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen. Jean-Pol Martin hat es ins Internet gestellt. [8]. So viel zur Eigenwerbung.

Zum Schluss des Vortrags wurden die Teilnehmer gebeten, festzuhalten, welche Gebäude, Mauerreste, Gebäudeensembles oder was auch immer nach ihrer Meinung als Dokument für Ingolstadt interessant sein könnte. Diese „Befragung“ hat in kürzester Zeit eine Sammlung von ca. 60 unterschiedlichen Orte, Anlagen und Gebäude ergeben, die in der Betrachtung der Teilnehmer als mögliches Dokument der Ingolstädter Geschichte brauchbar wären – und: die Sammlung ist sicherlich noch nicht vollständig.

Nachtrag

Im Historischen Verein Ingolstadt wurde der Dokumente-Gedanke aufgegriffen und soll – vorläufig unter dem Arbeitstitel „Ingolstätter Erinnerungsorte“ – umgesetzt werden. Als erste Möglichkeiten werden die mittelalterliche Stadtmauer, die Fronte Rechberg und das Georgianum ins Auge gefasst und sollen auf die Möglichkeit einer Realisierung untersucht werden. [9]

Einzelnachweise